SCHNÄUZTUCH UND SCHNUPFTABAK

 

 

 

 

 

 

Italien .

 
 
 
Wie man hier nur unschwer erkennen kann,
wird in südlichen Gefilden noch anständig geschnäuzt,
der Rotz fein säuberlich in verwobene Baumwolle gepackt
um ihn dann so, tagelang mit sich im Hosensack herumzutragen.
Gewaschen wird das Socktiachl (Sacktuch) oder auch
Schneiztiachl, so wie ich es zu nennen pflege erst dann,
wenn es schon derartig verklumpt ist,
dass es sich nicht mehr entfalten lässt.
Woher ich das alles weiß?
Nun ja, mein Vater benutzte zeitlebens
nur Stofftaschentücher,  ich erinnere mich gut,
platzierte ich doch oft meinen Rotz nebst seinem,
und wenn ich im Süden urlaube, 
was ich übrigens sehr gerne tue,

 

 

Italien

 
 
 
ich liebe ja alte Häuser, verwinkelte Gässchen, Hinterhöfe,
muss ich immer lächeln, wenn mir dort und da
so  Schneizhodan entgegenwehen,
auch muss ich lächeln, da mir einfällt
dass mein Vater manchmal Schnupftabak schniefte
und ich ab und zu eine kleine Prise abbekam.
Als es uns dann zerriss, wurde sein Taschentuch
mit braunen Flecken übersät, das wahrlich
nicht sehr appetitlich aussah;
ich denke, da war immer etwas Gehirnmasse
auch mit dabei, so frei und klar ich mich
hinterher immer fühlte.
Na ja, und als mein Vater dann starb,
war das einzige von seinen privaten Sachen
 das ich mir wünschte,
das mir meine Mutter auch nur allzu gerne überließ,

 

 

Vaters Taschentücher .

 
 
 
 seine Taschentücher,
die ich auch heute noch gerne benutze.
 @zartgewebt

 

 

Bildquelle:  alle @zartgewebt
 
 
 

ZARTES FEDERSPIEL

 

ralph-gibson- (3)

 

Du kniest über mir
in der rechten
wie auch linken Hand eine Feder
mit einer leichten Bewegung
schließen jene sanft
meine Augenlider
verirren sich
mich betörend betönend
 in meine Ohrmuscheln
zaubern alsdann
 zartes Rosa auf meine Wangen
und suchen sich über meine Lippen
abwechselnd
Zugang zu meiner Zunge
die liebkosend ihre Fahnen feuchtet
Eine leicht glitzernde Spur ziehend
gleiten sie nun
den stark pulsierenden Hals entlang
um für einen kurzen Moment
in der Kehlgrube zu verweilen

 

Mein Herz pocht wild
als sie gemeinsam talwärts aufbrechen
die leicht bebenden Brüste
umschmeicheln
 zügig bergauf wandeln
und mich ihre lustbringenden Pirouetten
die sie verwegen
auf den ins Abendrot getauchten Gipfeln drehen
in einen wahren Höhenrausch versetzen

 

Durchs tiefe Tal
mittig
rutschen sie weiter abwärts
um sich kurz vor dem Nabel
wieder zu trennen
streicheln in Schräglage
beidseitig
über die vibrierende Bauchdecke
um sich am
Mons Veneris
wieder zu vereinen

 

Du verharrst

 

Unwillkürlich
 öffne ich Mund und Schenkel
@zartgewebt

 

Bildquelle: 1 unbekannt/2 Ralph Gibson

SELTSAM STILL

 

 

 

 
 
„Schau nicht in die Sonne, da wirst du blind!“
ermahnte mich meine Mutter oft in meiner Kindheit
na ja, ich wollte sie halt immer sehen, die Sonne
war sehr neugierig, wollte wissen
wie sie denn so aussehe

 

Vor ein paar Jahren im Winter
 es war am frühen Vormittag
die Bäume leicht angezuckert
da blickte ich sie

 

 

Sonne a

 

 

*boah*

 

 

Sonne

 

 

sie wirkte auf mich
wie gefroren, aber nicht eiskalt
zur Gänze massiv
dennoch nicht undurchdringbar
nicht stahlhart

 

Es war so
 
seltsam still

 

so anders

 

zwar nicht einsam
doch irgendwie
so „alleine“ das
@zartgewebt
 

 

Titelbild Agnes Pelton, alle anderen @zartgewebt

 

 

 

ZEICHEN

 
 
 
 
Hach, heute Vormittag
ich bin gerade beim Zimmerlüften
da vernehme ich ein gar seltsames
Tröten von draußen
Behände wie ich nun mal bin
klettere ich gleich auf die Küchenkommode
um –  weit aus dem Fenster gelehnt –
 einen besseren Ausblick auf die
Umgebung zu erhaschen
Ja, und da sehe ich sie

 

 

Flug der Kraniche 2b

 

 

diese mir sehr seltsamen Wesen
im Formationsflug über das Haus segeln

 

 

Flug der Kraniche 2a

 

 
Seltsam deshalb, weil für mich
außergewöhnlich
Kraniche bekommt man in meiner Gegend
also, da wo ich wohne
so gut wie fast gar nie zu Gesicht

 

 

 

 

Bin hin und weg
mein Herz hüpft mir vor Freude
fast aus dem Hals
@zartgewebt
 

 

Bildquelle: alle @zartgewebt

 

 

SCHRECK LASS NACH!

 
 

 

 
Nun, Angst ist etwas, das mich eigentlich nicht beherrscht
nie wirklich für sich eingenommen hat
und doch gibt es etwas, das mir das Grauen lehrte
nämlich der Stummfilm
 

Nosferatu

 

 
gespielt, in der Hauptrolle von
 

Max Schreck

 
Ich war noch ein Kind, so um die zehn, zwölf Jahre alt
und schaute den genannten Film zusammen mit meinem Vater
eine alptraumhafte Welt tat sich in dem Moment für mich auf
als mich diese obskuren Bilder fluteten
wo ich mich selbst lange nicht zu fangen vermochte
wo mein kindliches Weltbild
zwar nicht zum Einsturz gebracht wurde
aber doch etwas  ins Wanken geriet
 

Nosferatu / Nosferatu "Nosferatu"

FILMBILD / T: Nosferatu / Nosferatu D: Max Schreck R: Fs Ws (Friedrich Wilhelm) Murnau P: D J: 1922 PO: Szenenbild RU: Horror DA: , – Nutzung von Filmszenebildern nur bei Filmtitelnennung und/oder in Zusammenhang mit Berichterstattung über den Film. Darsteller Max Schreck als Nosferatu 1922 in einer Szene des gleichnamigen Stummfilmklassikers unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau.

 
Zwar wusste ich, dass das Gesehene nur Fiktion war
dennoch streifte es etwas in mir, es rührte etwas an
das mir sehr, sehr großes Unbehagen bescherte
diese entsetzliche Furcht, von einem Untoten gebissen
ja, ausgesaugt zu werden
und dann an dem gleichen Schicksal zu darben, nämlich
auf ewig im selben Körper gefangen zu sein
fraß sich ganz tief in mich hinein, denn das
wollte ich nicht, auf gar keinen Fall.
 
Alles, nur das nicht!
@zartgewebt

 

Bildquelle: aus dem Netz
 

 

NACH DEM KUSS ….

 

 

 

 

 

 

koh sang woo ...

 
 
Nach dem Kuss kam das Aus
nicht wirklich das Aus
aber er führte eine Wendung herbei
 die eine sexuelle Beziehung
für mich unmöglich machte

 

Der Kuss floss nicht ein

 

Beim Küssen passierte etwas
das ich so nicht kannte, denn normalerweise
öffnen sich bei mir alle Schleusen
bei einem intensiven Kuss
werde ich regelrecht weggeschwemmt
Nicht jedoch bei ihm
wider Erwarten traf genau das Gegenteil ein
ich gefror innerlich
dabei war er ein Bild von einem Mann
wie gemeißelt das Gesicht
Haare schulterlang, blondgelockt
seine Hände, seine Statur
sehr zartgliedrig und fein
engelsgleich kam er mir vor, anno dazumal
ja wirklich, engelsgleich
eine wahre Erscheinung
wenn er den Raum betrat

 

Dabei waren es in jungen Jahren
mehr die Raubeine denn die Engelchen
die es verstanden
mein Interesse zu wecken
na ja, egal, auf alle Fälle umgarnte
 bezirzte mich dieses engelsgleiche Wesen
über ein Jahr lang
und obwohl ich in einer Beziehung stand
wovon er auch wusste
und ich in jene Richtung, die ihm vorschwebte
keinerlei Signale aussandte
ich dementsprechend wehrhaft war
vergötterte er mich

 

Meine Ampel stand auf rot
rot, was das Körperliche, ich meine
was das Sexuelle anbelangte
Ich mochte ihn, ja doch, sehr sogar
er hatte etwas ganz Eigenes
etwas sehr Anziehendes
und in einem schwachen Moment
*schäm*
erlag ich ihm, war ich willig
für ihn offen
bereit

 

 Der Kuss jedoch setzte allem ein Ende
 Er floss nicht ein
@zartgewebt
  

 

Bildquelle: Koh Sang Woo u. Fotomontage à la zartgewebt

 

 

SCHLANGENGRUBE

 

 

 

 

paradiesisch klar ..

 

Gestern war es, ich in heimischen Gefilden
wandere so dahin, und ja, man mag es
gar nicht für möglich halten

 

 

paradiesisch

 
 
also ich muss sagen, ich wurde jäh aus meinem
paradiesisch anmutenden Zustand gerissen

 

 

DSC04483

 

als da plötzlich zu meiner Rechten
ein Schlammloch auftauchte und ich einer
sich darin befindlichen Schlange gewahr wurde

 

 
Schlange ..
 

 

Irgendwie hab‘ ich’s mit den Schlangen
so scheint mir, die scheinen mich zu verfolgen
so häufig mir jene über den Weg kommen
 
Na ja, Angst verspürte ich keine, nein,
mich ergriff bloß die schiere Neugier
und so kraxelte ich kurzerhand auf einen großen Stein
und dann auch noch
 um sie besser beobachten zu können
auf einen kleineren

 

 

Schlange .

 

 

Ja ja, und wie’s der Teufel so will
rollte der kleinere Stein unter meinem Gewicht weg
 und ich purzle runter in das
Schlangendrecksloch
nun, nicht direkt ins Wasser zur Schlange
aber doch knapp davor
ins überaus sumpfige Gras

 

 
Die arme Schlage, die muss ja einen ordentlichen
Schrecken abbekommen haben
sie ward nicht mehr gesehen!
   @zartgewebt

 

 
Bildquelle: alle @zartgewebt

 

ICH FÜHLE WEISS UND RIECHE FARBE

 

 

 

 

 

 

 

ich fühle weiß (2)

 

 

Manchmal fühle ich weiß
ich wache auf, frühmorgens, und alles ist stimmig
zwar denke ich
doch ich mache mir keine Gedanken
nehme nur wahr
es ist wie ein Neugeborensein
nichts, das mich bedrückt
nichts, das auf mir lastet

 

Die Leinwand ist leer
 
~~~
 
Die ersten Sonnenstrahlen fluten das Zimmer
ich höre, wie das Meer mit seiner Zunge
an den Ufersteinen leckt
die weit geöffnete Balkontür
gibt den Blick auf eine Palme frei
die mit ihren mächtig ausladenden Armen
wie ein Wächter des Glücks auf mich wirkt
Ich sehe an mir herunter
das weiße Laken umschmeichelt meine Figur
meine Hände befühlen die Konturen
 sie schenken mir wohligen Schauer
 
 
Ich drehe mich dir zu
du schläfst noch
ein kräftiger Schwall Duft von Farbe
steigt in mir hoch

 

Komm, lass uns malen
@zartgewebt
 
 
Bildquelle: unbekannt/Fotomontage à la zartgewebt

 

 

LICHT UND LEICHT

 

 

 

 

 

 

 

 

Hach ja,  ich bin oft so
voller Überschwang
so ganz und gar überbordend
irgendwie außer mir
das heißt aber nicht
dass ich mich auf Bäumen herumschwingen
und mich zum Affen machen würde
das wäre dann ja Übermut
wobei
 
ich neige auch zu Übermut
 
*lach*
 
Nein, Überschwang kann sich bei mir
 
muss sich aber nicht
 das ist ganz verschieden
 
auch still ausdrücken
ich kann zum Beispiel
 in reiner Verzückung sein
ohne auch nur mit der Wimper zu zucken
wobei mich aber stets ein Gefühl
von unsagbarer Leichtigkeit trägt
das mein Innerstes
tänzeln
ja, schweben lässt
@zartgewebt
 

 

Bildquelle: unbekannt/Fotomontage à la zartgewebt
 

 

HERAUSTRETEN

 

 

 

Musik: Brian Eno – The big ship
play

 

 

 
 
Ich weiß auch nicht, ich denke, manchmal
treibt es mich einfach ganz weit
aus mir heraus
noch weiter, als nur
einen Schritt zurück
um dann wieder besser ins
Detail dringen zu können
 
Fasziniert,  von der unendlichen
Vielfalt des Lebens
berauscht
über die Maßen beseelt
(ich kann es nicht anders ausdrücken)
lasse ich mich fallen
voller Inbrunst
wieder hinein
unbekümmert und forsch wie ein Kind
wie ein Neuankömmling
der zum ersten Mal
dem Leben gewahr wird
voller

 

„Ooohs“
 
und
 
„Aaahs“

 

und vielen, vielen

 

„Mmmmmmhs“
@zartgewebt
 
 

 

Bildquelle: Header – Fotomontage a’la zartgewebt
Bild 2 – Karl Scherer
 

 

 

DOPPELT GEMOPPELT

 

 

 

 

 

 

Eigentlich wollte ich ja
nicht mehr darüber schreiben
aber sie verfolgen mich derzeit wieder massiv
diese Doppelzahlen
wie zum Beispiel

 

17:17
11:11
19:19
23:23
usw.

 

Geht schon ein paar Wochen so
oder besser gesagt Monate
immer dann nämlich, wenn ich auf die Uhr gucke
das tue ich zwar ganz selten
trage ja nicht mal eine Uhr
werde ich meist von einer Doppelzahl überrascht

 

Aaaaah, denke ich mir
 das!!!! hatte ich doch schon mal
ich schrieb damals – ist schon ein paar Jahre her –
in meinem alten Blog darüber
weil ich mir einfach
 keinen Reim darauf machen konnte
die ganze Zauberei so ca. ein Jahr lang anhielt und dann
plötzlich wieder verschwand

 

Ja, und dem nicht genug, hatte ich dieser Tage
einen gar seltsamen Traum:

 

Ich junge Maid, befand mich am Rande eines Marktplatzes
viele Leute drängten in die Mitte
es war kein Tumult, kein Aufstand
vermutlich gab es nur etwas Interessantes zu sehen
 zu bestaunen, keine Ahnung
wie dem auch sei, mir fiel auf
dass die Frauen alle lange Kleider trugen
viele mit prachtvollen, weit ausgestellten Röcken
die lange Haarpracht war unter einem Hut
oder einer Haube hochgesteckt
die Männer hatten so halblange Mäntel an
Hosen bis zum Knie, darunter Stutzen
schöne Schuhe, auch sie waren gut behütet
nur jene Frauen und Männer, die am Rande standen
waren eher ärmlich gekleidet

 

Komisch, dachte ich mir, irgendwie
gehöre ich hier nicht her, fühlte mich fehl am Platze
was mir aber ganz besonders in Erinnerung blieb, ist
dass ich unbedingt wissen wollte
welches Jahr wir schrieben
so fragte ich die Leute die neben mir standen um die Jahreszahl
doch die nahmen keine Notiz von mir
 drängten nur alle nach vorne
Selbst, bewegte ich mich auch in Richtung Marktplatzmitte
da fiel mir eine schmächtige Gestalt auf
ein Männlein, bunt gekleidet mit überall kleinen Glöckchen dran
mich stark an einen Kasperl erinnernd
es saß auf einem Mauervorsprung und sah mich direkt an
deutete mit ausgestrecktem Arm auf den riesigen Ziehbrunnen
der sich da jetzt mittig auf dem Marktplatz direkt vor mir auftat
um den sich die Gesellschaft versammelt hatte

 

Ja, und dann sah ich sie, die Zahl
unübersehbar groß prangte sie auf der Brunnenmauer

 

1515

 

@zartgewebt

 

 

Bildquelle: Bild 1 Koty2 / Bild 2 @zartgewebt

 

 

MEIN FLAMMEND HERZ

 

 

 

 

 

 

FLAMMEND HERZ

 

 

Kann nichts sagen, Du
wortlos machst du mich
verrückt
deine Berührung
sie hebt aus meiner Welt mich
bin ihr still entrückt
doch schwallen Töne aus mir
ist kein fremder Klang
du stimmst mit ein, nimmst
mein flammend Herz
nimmst alles
mir ist nicht bang
@zartgewebt

 

 

Bildquelle: 
P. Janthakhaisorn u. Marlina Vera

 

 

ES IST KEIN …

 

 

 

 

 

 

Es ist
kein Hängen in den Seilen
mehr wie ein
hmmm
na ja, ich schrieb ja schon mal
vom Schaukeln

 

hier

 

davon, welch Freude es mir als Kind brachte

 

 

Schaukel

 

 

dieses Auf und Ab, dieses Pendeln, und
was ich eigentlich sagen möchte, ist
dass, wenn ich so eine leichte
melancholische Phase in mir wahrnehme
ich es eben genau mit diesem Schaukeln
in Verbindung bringe
ich merke nämlich, immer wenn ich in diesem
Hochgefühl schwebe, in diesem „Auf“
dann, wenn ich mein Zenit erreicht habe
ich anschließend in eine leichte,  melancholische Stimmung falle
gleich dem „Ab“ beim Schaukeln
ich zwar nicht im „Unten“ verharre

 

man sollte sich das Schaukeln im Zeitlupentempo vorstellen

 

aber dieses „Unten“ wohl wahrnehme, fühlbar als Leere
und, was mir noch auffällt
es sich trotz dieser Leere in mir schwer anfühlt
so ähnlich wie ein tiefes Ausatmen
oder wie ein Luftballon
dem langsam die Luft ausgeht und nach unten schwebt

 

 

In diesem Zustand
dauert meist nur einen oder zwei Tage
bin ich zwar anwesend, doch ich nehme nicht teil
ich nehme alles um mich herum wahr
nehme aber weder etwas in mich auf
noch verströme ich etwas
Dringt eventuell manchmal doch etwas in mich ein
dann rührt mich das dann ganz besonders intensiv an
da ist mir dann beim Lachen
augenblicklich zum Weinen
soll heißen, ich könnte sofort losheulen, auch wenn es noch so
schön, so wunderbar ist

 

Auch möchte ich diesen Zustand nicht missen
ist wie so ein Sich-Sammeln
wohlig, warm eingebettet
keine Ahnung

 

und dann

 

😉

 

atme ich wieder kräftig ein
@zartgewebt

 

 

ivan grozdanovski

 

 

Bildquelle: 1 unbekannt/2 Roz Oserin/3 Ivan Grozdanovski

 

 

 

NATÜRLICH AUFTANKEN

 

 

 

 

 

 

 

Bergsee -x

 

 

Meine Sinne
sind außer Rand und Band
schlagen Kapriolen
ich sauge mich voll
mit Farben, Düften
schmecke, fühle
spüre mich ganz

 

 

 

Bergsee v

 

 

Na ja, und da wandle ich so dahin
suche mir ein lauschiges
Plätzchen am Ufer des Bergsees zur Rast
esse genüsslich Brot, Käse, einen Apfel
und lasse dabei meinen Blick wandern
denke noch
hmmm … könnte ja auch
eine kurze Abkühlung gebrauchen
geselle ich mich doch liebend gerne
auch mal zu den Fischlein

 

 

 

Fische - Bergsee

 

 

oder zu den Enten

 

 

Ente - Bergsee a

 

 

mir macht das nichts aus

 

 

und so streife ich kurzerhand
die klobigen Bergschuhe von den Füßen
stelle sie neben meinen Rucksack
ja, und dann entdecke ich es
 dieses schwarze, weiche Etwas
das sich da direkt vor meine Nase
in den Kies bohrt

 

 

Blutegel - Strand a

 

 

Bitte, was ist denn das für ein Tier
vielleicht eine schwarze Schnecke

 

 

oder ???

 

Neugierig wie ich nun mal bin
gehe gleich näher dran
um das Wesen genauer zu begutachten

 

*iiiiiiiiiiiiih*

 

 

Blutegel - groß - Strand

 

 

ein Blutegel!

 

Also, Tiere die MICH saugen wollen
wie Zecken, Fledermäuse
na ja, mit Fledermäusen habe ich ja schon
meinen Frieden geschlossen
die finde ich inzwischen niedlich
aber einen Blutegel

 

nööööööööö!!!

 

den kann ich grad gar nicht gebrauchen

 

Ich inspiziere gleich das Wasser
und auch da, Blutegel

 

 

 

Blutegel - Bergsee b

 

 

 über Blutegel 

 

 

Blutegel - Bergsee d

 

 

*grummel*

 

 nix mit kühlendem
Wasser auf nackter Haut
wobei, wenn ich mir jetzt
DIE so angucke

 

 

Bergsee - Taucher b

 

 

Nein, das juckt mich auch nicht wirklich
da spüre ich ja nichts
@zartgewebt

 

Bildquelle: alle @zartgewebt

 

 

 

erdig federleicht

 

 

 

 

 

 

 

Arthur BOYD

 

 

Ich fühle mich sehr erdig, bodenständig
mag gern alles fassen, greifen
in der Erde wühlen
bin ein Mensch, der Hand anlegt, tut

 

 

a boyd

 

 

einer, der aus der Natur schöpft
die Natur in sich einfließen lässt
einer, der sich in die Natur einbringt
ich weiß auch nicht, ich bin einfach
im natürlichen Fluss

 

Hach, weißt du, aber nichtsdestotrotz
fühle ich eine unsagbare
Leichtigkeit in mir

 

 

tran tuan

 

 

so ganz luftig bin ich da
irgendwie schwerelos

 

 

 

 

ich könnte Räder schlagen
jetzt gleich, denke ich mir
oder auf den Händen stehen, gehen
fliege da innerlich richtig weg
Die Farben, der Duft, all dies Glänzen und
Flirren um mich herum
ist wie Musik in meinen Ohren
es klingt und singt in mir
es hebt mich aus mir heraus

 

Ich verschenke mich
Ich schenke mich dem Augenblick
@zartgewebt

 

Bildquelle: Rafael Olbinski
Arthur Boyd, Tran Tuan

 

 

DU BIST MIR WIND

 

 

 

 

 

 

 

wind a

 

 

Du bist mir Wind
eine sanfte Brise
 mich zärtlich umkosend
sinnlich verführend
herzerfrischend prickelnd
still berückend, mild

 

 

wind

 

 

doch auch ungestüm 
oft berauschend
alles verwirbelnd
du bist
unbezähmbar
einfach unwiderstehlich
umwerfend natürlich
wild
@zartgewebt

 

 

Bildquelle: Header – Victoria Ballantine
restlichen – k. Madison Moore (veränderte Bildcollagen)

 

 

 

 

BEZIRZEN

 

 

 

 

 

 

Grille d

 

 

Ha, diese drollige Grille
lief mir dieser Tage über den Weg
na ja, sie saß vor dem Garagentor
ich kam gerade vom Einkaufen
und wollte mein Fahrrad in die
Garage stellen, da sah ich sie

 

„Oo,  da auf dem Asphalt
das geht so nicht!“

 

Ich gleich schnurstracks zum Plastikmüll
fische mir so einen Becher heraus
und schwups hinein mit ihr
hinauf in den Garten und

 

 

Grille e

 

 

 

Grille a

 

 

 

Grille b

 

 

Ich mag deren Musik sehr
seit Mitte April bezirzen sie mich ja unentwegt

 

 

 

 

und nächtens ist das besonders angenehm
die tüdeln eine soooo wunderbar in den Schlaf
@zartgewebt

 

 

Bildquelle: alle @zartgewebt