BEGLEITUNG

 

 

 

Sekhar Roy _ paintings

 

 

 

 

Ich sehe in dem Bild meine Schwester
und empfinde es als

 

wunder- wunderschön

 

denn das war sie
eine strahlende Schönheit
in sich ruhend
gefasst
 auch noch
in der Stunde ihres Todes
und die vielen Monate davor
 wo ihr die Krankheit den Körper raubte
ihr alles davon nahm
was es zu nehmen gab

 

Ihre innere Strahlkraft jedoch
die bewahrte sie sich  bis zuletzt
ja, sie verstärkte sich sogar
als ihr Leib nach und nach
unter den nur schwer unter Kontrolle zu bringenden
Schmerzen schwand

 

Wenn ich an ihrem Kranken(Sterbe)bett saß

 

war SIE es
die Trost spendete

 

war SIE es die heilte

 

mich

 

und auch all die  anderen
 die sich ihr zuwandten

 

Ich ging immer mit einem guten
Gefühl nach Hause
wusste sie in guten Händen
 sie war so  
  in sich selbst geborgen
 ~~~

 

Ich liebe sie sehr

@zartgewebt
  

 

Bildquelle: Sekhar Roy

 

 

 

27 Antworten auf „BEGLEITUNG

    1. … für mich war es das wundersamste Geschenk, liebe Rabenzahn, das ich je erhalten habe.
      Meine Schwester (auch meine Mutter und meinen Vater … aber da war es nicht so intensiv) beim Sterben begleiten zu dürfen, das brachte uns derart nahe, ich gewann da Einblicke in einen Prozess, ich kann es nicht beschreiben, ich gebar da so eine Ruhe und Gelassenheit, es war da so eine Verlangsamung greifbar in mir und auch in ihr …

      Einen Sterbenden zu begleiten ist für viele ein K(r)ampf, dabei ist es ja gerade diese innerliche Aufgebrachtheit, dieser K(r)ampf, dieses „Oh Gott!“ … „Was tun!“ … „Ich kann nicht hinsehen, kann das nicht aushalten!“, (weil die meisten sind ja maßlos überfordert, wissen nicht, wie sie sich einem Sterbenden gegenüber verhalten sollen … und dies dann auch ausstrahlen) für den Sterbenden selbst sehr verstörend . Sicher, anfangs regiert erstmal der Schock, weil das Sterben ist für viele tabu, wird ausgegrenzt, da schaut man nicht hin, das Sterben wird totgeschwiegen … aber … wenn man sich die Zeit gibt, sich die Zeit nimmt, wächst man in die ganze Situation rein. Der Tod ist dann eine Erlösung, ein freudiger Moment, ja ein Fest. Traurig ist man da schon auch, doch man fällt in kein Loch, es ist keine Trauerarbeit zu leisten.

      Es ist so ~ ~ ~

      Gefällt 3 Personen

      1. Vielen Dank für diese Worte, liebe Zartgewebt, ich werde mich daran erinnern, wenn die Zeit kommt. Mir wird bange, wenn ich daran denke, dass meine Tante und meine Eltern wohl irgendwann in den nächsten Jahren sterben werden, nicht nur wegen der räumlichen Entfernung.
        Der Umgang in meiner Familie mit Tod und Trauer ist merkwürdig, seit mein älterer Bruder im Alter von 9 Jahren durch einen Unfall ums Leben kam, vielleicht war ich deswegen nie ein Familienmensch. Inzwischen hat sich das etwas geändert, die wenigen Verbliebenen sind inzwischen enger zusammengerückt.

        Gefällt 1 Person

        1. Nicht Abschied nehmen zu können (wie auch beim Unfalltod deines Bruders) … ist sehr bitter, da tut sich gewiss ein tiefer Abgrund auf für alle Nahestehenden. Hingegen wenn man einen Sterbenden begleitet, nimmt das eine ganz andere Dimension an, da fließt alles ein, kommt viel Verborgenes zum Vorschein … in einem selber und auch beim Sterbenden.
          Mein Vater zum Beispiel, ein immer sehr ruhiger, stiller, introvertierter, in sich gekehrter Mensch, hat da eine völlige Kehrtwendung gemacht, er war am Sterbebett total redselig, wollte immer alle um sich versammelt wissen, hat sich bei jedem von uns bis ins kleinste Detail erkundigt, wie es uns geht, was wir so den ganzen Tag machen. Er hat förmlich nach Nähe gelechzt, die er uns aber zeitlebens eher verwehrt bzw. uns nicht vermitteln konnte.
          Aber das ist natürlich ganz individuell … ich weiß auch von Erzählungen, da wuchs sich das Sterben und Begleiten in einen Alptraum aus, weil beide oder auch nur eine Seite mit dieser Situation überhaupt nicht klar kam … .

          Bange, muss einem aber nicht sein, liebe Rabenzahn, … du kannst es ohnehin nicht abwenden, aber du kannst … so wie du es vermagst … „DA“ sein.

          Liebe Grüße Dir 😉

          Gefällt 1 Person

          1. Ach sooooo … du betonst ♫ꉂ (๑¯ਊ¯)σ … nur anders, Ayniᛞuq’ero.
            Da muss ich meine Lauscher in Zukunft wohl noch weiter aufmachen, nicht immer nur so
            „halb“ hinhören … @(;・ェ・)@

            Gefällt 1 Person

  1. Gerade hat sich mir
    das obere Bild
    enthüllt.

    Es hat gedauert
    aber nun wirkt es umso
    schöner.

    So etwas ist mir
    schon öfter passiert.

    Wo vorher Durcheinander war
    zieht plötzlich Klarheit
    Zärtlichkeit
    und eine Idee
    eine Vorstellung
    ein
    von dem
    wie es sein könnte.

    Danke

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Achim,
      ich denke, es ist gar nicht mal so sehr der Tod selber, der uns in Angst und Schrecken versetzt, sondern vielmehr die Angst vor dem Leiden, den Schmerzen, es ist vielleicht dieses „Jemandem anderen oftmals völlig hilflos Ausgeliefert-sein“ geschuldet, oder auch das Siechtum, der abrupte Verfall des Körpers, dem wir nicht gewachsen sind. Wenn du jemanden „begleitest“, dann gehst du dieses Auf und Ab, diese ganzen Phasen … der Trauer, der Wut die aufkeimt, die Phasen der Schmerzen, der Hilflosigkeit, der Hoffnung, die einsetzende Akzeptanz, …. du trägst das irgendwie alles mit (das ist aber ganz individuell) und … es klingt und schwingt sich dann alles gen Ende hin sanft aus.
      Da tut sich dann kein Abgrund auf, ganz im Gegenteil ~ ~ ~

      😉

      Gefällt 1 Person

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