Er fing meine Lust auf

 

 

 

hungrig

 

 

Oh, er war so hungrig

nach mir

ich

nach ihm

und doch hielt er Distanz

 

 

Stark lädiert und bewegungseingeschränkt

da frisch operiert

suchte er ständig meine Nähe

und entzog sich mir dennoch

wahrte Abstand

Ich respektierte es, verstand

dann aber, nach tagelanger Abstinenz

legte er Hand an mich

fasste meine Brüste

zaghaft, zärtlich, aber bestimmt

Ich stand am Herd

war gerade am Kochen

als ich ihn hinter mir spürte

mich sein Hunger

der Griff nach meiner Weiblichkeit

in einen wahren

Rauschzustand versetzte

Mich ihm zuwendend

versuchte ich ihn zu küssen

 

 

– ich war so offen –

empfänglich für ihn

wollte ihn in mich „aufnehmen“

 

 

Mit meiner Zungenspitze

öffnete ich seine Lippen

auch raunte ich ihm

betörende Worte ins Ohr

doch er bat, flehte eindringlich

um Unterlassung

versuchte

seine Erregung zu unterdrücken

 

 

Nur, ich ließ nicht ab

setzte noch nach

indem ich vor seinen Augen

genüsslich meinen Finger leckte

und ihm so zu verstehen gab

was mein Ansinnen war

 

 

Er ging, hielt es nicht aus, verließ den Raum

zu groß war sein Wundschmerz

und nicht nur der

 

 

Ich lehnte am Fensterbrett

breitbeinig und stark erregt stand ich da

etwas aufgelöst, da ich nicht wusste

wohin nun mit meiner Lust

 

 

Abermals trat er hinter mich

seine Hand wusste um meine Erregung

fand geschickt

den Weg in mein Höschen

tauchte in meine Weichheit

meine Nässe

Er fing meine Lust auf

und ich

@zartgewebt

 

 

Bildquelle: Oded Netivi

 

Nightfall

 

 

 

Aykut-Aydogdu-

 

 

Manchmal ist mir

da ziehe ich mich irgendwie

ganz in mich zurück

wobei, es ist nicht wirklich ein Tun

es passiert mir ganz einfach

 

 

 

 

Den Auslöser kann ich nicht immer

festmachen

bestimmen

aber meist folgt es einem Hoch

wo ich dann merke

ich kann nichts mehr in mich aufnehmen

und sacke dann

so leicht ab

um zu, hmm, keine Ahnung

verdauen

bin dann auch in Gesellschaft

mehr oder minder

gefühlsmäßig mit mir allein

lasse nicht viel an mich heran

bzw. in mich hinein

ein Gefühlszustand

wie so ein Tauchgang im Wasser

 

Es ist aber kein Zustand

der etwa negativ besetzt wäre

es ist eher mehr so, als würde ich mich

in einer geschützten Blase befinden

dringt dann doch etwas zu mir durch

rührt mich das meist sehr an

soll heißen

an diesen Tagen

(sind ja in der Regel nur zwei, drei Tage)

bin ich sehr rührselig

empfindsam

übermäßig feinfühlig

 

Dann tauche ich wieder auf

urplötzlich

und alles ist wie weggeblasen

@zartgewebt

 

 

Bildquelle: Aykut Aydogdu