Das Glück ist ein Vogerl

 

 

 

 

 

Jane Graverol (1905-1984)

 

 

Das Glück ist ein Vogerl”

ja, und doch

ist da von jeher ein tiefes, unauslöschbares

Glücksgefühl das ich in mir trage

Ich würde auch nicht sagen

allen Widrigkeiten in meinem Leben zum Trotz

denn natürlich ist da auch Schmerz

Leid, Traurigkeit in meinem Leben spürbar

dennoch mindert diese Tatsache

nicht dieses tiefe Glücksgefühl

oder ist das Urvertrauen

das in mir verankert ist

es scheint nur manchmal

die Wahrnehmung etwas getrübt

@zartgewebt

 

 

Bildquelle: Jane Graverol

 

 

 



HERAUSTRETEN

 

 

 

Musik: Brian Eno – The big ship
play

 

 

 
 
Ich weiß auch nicht, ich denke, manchmal
treibt es mich einfach ganz weit
aus mir heraus
noch weiter, als nur
einen Schritt zurück
um dann wieder besser ins
Detail dringen zu können
 
Fasziniert,  von der unendlichen
Vielfalt des Lebens
berauscht
über die Maßen beseelt
(ich kann es nicht anders ausdrücken)
lasse ich mich fallen
voller Inbrunst
wieder hinein
unbekümmert und forsch wie ein Kind
wie ein Neuankömmling
der zum ersten Mal
dem Leben gewahr wird
voller

 

„Ooohs“
 
und
 
„Aaahs“

 

und vielen, vielen

 

„Mmmmmmhs“
@zartgewebt
 
 

 

Bildquelle: Header – Fotomontage a’la zartgewebt
Bild 2 – Karl Scherer
 

 

 

erdig federleicht

 

 

 

 

 

 

 

Arthur BOYD

 

 

Ich fühle mich sehr erdig, bodenständig
mag gern alles fassen, greifen
in der Erde wühlen
bin ein Mensch, der Hand anlegt, tut

 

 

a boyd

 

 

einer, der aus der Natur schöpft
die Natur in sich einfließen lässt
einer, der sich in die Natur einbringt
ich weiß auch nicht, ich bin einfach
im natürlichen Fluss

 

Hach, weißt du, aber nichtsdestotrotz
fühle ich eine unsagbare
Leichtigkeit in mir

 

 

tran tuan

 

 

so ganz luftig bin ich da
irgendwie schwerelos

 

 

 

 

ich könnte Räder schlagen
jetzt gleich, denke ich mir
oder auf den Händen stehen, gehen
fliege da innerlich richtig weg
Die Farben, der Duft, all dies Glänzen und
Flirren um mich herum
ist wie Musik in meinen Ohren
es klingt und singt in mir
es hebt mich aus mir heraus

 

Ich verschenke mich
Ich schenke mich dem Augenblick
@zartgewebt

 

Bildquelle: Rafael Olbinski
Arthur Boyd, Tran Tuan

 

 

JUNGFRÄULICH

 

 

 

 

 

 

Ich wurde zwar schon defloriert
doch fühle ich mich innerlich
irgendwie noch immer sehr jungfräulich
 spüre ich doch oft eine unerklärliche
 Unverbrauchtheit
eine Frische in mir, die sich anfühlt
wie der ewige Frühling

 

 

jungfräulich (3)

 

 

Weißt du, es kommt mir fast so vor
als ob die
„Lebensjahreszeiten“

 

 

Frühling
Sommer
Herbst
und Winter

 

 

sich nicht auf eine Lebensspanne ausdehnen
sondern sich bei mir
täglich vollziehen würden
wobei ich aber immer wieder  feststellen muss
dass dabei meist der Frühling überwiegt

 

Es ist ein ständiges Wachsen
 und Gedeihen in mir spürbar
sowie ein immer wiederkehrendes 
Staunen wahrnehmbar
über Dinge, Begebenheiten
 die ich schon zigmal gesehen
oder auch erfahren habe
aber mir in dem gegebenen Moment
oft völlig neu erscheinen
und mich dieser Zustand dann ergriffen macht
sei es jetzt bloß nur ein Blick
eine Berührung
der Abendhimmel
eine unscheinbare Wiesenblume
ein Kieselstein
was auch immer

 

Ich könnte die Liste jetzt endlos fortsetzen
möchte aber eigentlich nur zum Ausdruck bringen
dass ich mich täglich  für vieles, das altbekannt ist
neu begeistern kann
so, als würde ich es für mich
zum ersten Mal entdecken
@zartgewebt

 

 

Bildquelle: unbekannt

 

 

UNBEDARFT

 

 

 

 

 

 

Dieses Bild, es ist so
*boah*
also ich bin hin und weg

 

Es hat einerseits etwas sehr
Unbedarftes
Reines inhärent
andererseits
*hui*
macht es mir Herzklopfen
ist mir ein wenig bange

 

Wagnis, scheidet für mich in dem Fall aus
das Szenario, wird meines Erachtens
getragen von Nicht-Wissen
und trotz dieses leichten
Unbehagens das mich umfängt
greift bei mir gerade sehr stark
das mir innewohnende
Urvertrauen

 

 

Urvertrauen 2

 

 

Ich wiege mich in Sicherheit
@zartgewebt
  
Bildquelle: unbekannt