PLÖTZLICH SAH ICH IHN

 

 

 

Musik: Ed Harcourt – This one’s for you
play

 

 

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Ich wache „vor der Zeit“ auf
es fröstelt mich leicht
mein Blick wandert zum Fenster
 ein Flügel steht sperrangelweit offen
Trotz des mulmigen Gefühls
das sich augenblicklich in mir breit macht
stehe ich auf und trete zum Fenster
eine unberührte
Winterlandschaft tut sich mir auf
Schnee über Schnee
soweit mein Auge reicht

 

Da, plötzlich etwas Schwarzes
es huscht seitlich unter dem Fenster hoch
läuft Richtung Zaun
schwingt sich behände darüber
es ist ein Wolf
 überdimensional groß
das Fell zottelig und tiefschwarz

 

Mir stockt der Atem
nicht jetzt so sehr vor Angst
da ist eigentlich keine Angst spürbar
nur maßlose Verwunderung
ich kann kaum glauben was ich da sehe

 

Schwerfällig
tapst der Wolf durch den tiefen Schnee
er kämpft sich regelrecht durch die weiße Masse
versinkt
immer und immer wieder 
bis fast unter den Bauch
auf einer Anhöhe
entschwindet er meinem Blickfeld

 

Ich wache auf

 

@zartgewebt
Bildquelle: unbekannt

 

 

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ENTmannfrauUNG?

 

 

 

Musik: Dies Irae – Trip
play

 

 

xx

 

 

Vor Jahren hatte ich einen sehr absurden Traum
der sich augenscheinlich
im Mittelalter abzuspielen schien

 

Ich, als Frau bzw. noch sehr junges Mädchen
hoch zu Ross in einer Ritterrüstung steckend
war auf offenem Feld bei einer Schlacht zugange

 

Im Eifer des Gefechts spürte ich plötzlich
 einen dumpfen Schlag gen meine Brust
mittels einer Lanze
wurde ich mit voller Wucht vom Pferd gestoßen

 

Auf dem Rücken liegend nahm ich kurz ganz klar
den blauen Himmel über mir wahr,  dann Köpfe
 Männer, die sich über mich beugten
mich an Armen und Beinen packten, wegtrugen
schlussendlich driftete ich irgendwie weg

 

Erwacht bin ich in einer Folterkammer
nackt, lag ich angebunden auf einem Holztisch
und als ich den Kopf hob und so an mir runter sah
erschrak ich zutiefst
zwar war ich unverletzt, hatte keinerlei Schmerzen
doch zu meinem Entsetzen musste ich feststellen
dass mein Geschlecht nun  männlichen Naturells war

 

Ja, ich hatte  „Eier“  einen Hodensack
 (der Penis fiel mir komischerweise nicht auf)

 

zudem war da noch ein Mann im Raum
er stand rechts neben dem Tisch
maskiert war er, sein Kopf 
 mit einem schwarzen Tuch verschleiert

 

 Er griff nach meinem Gemächt, so ganz derb von unten
und hob es zur Gänze hoch
setzte seinen Säbel an
 nein, es war mehr so ein Hackbeil
dann bin ich aufgewacht
 @zartgewebt

 

Bildquelle: Martin Eder

 

 

 

ES IST NICHT SCHLIMM

 

 

 

Musik: Lhasa de Sela – My Name
play

 

 

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Während meiner „ersten“ Liebe,
also im Zeitraum zwischen meinem 
16. und 20. Lebensjahr ungefähr,
wurde ich sehr häufig
von Alpträumen heimgesucht.
Es waren Träume, meist von der Art,
wo mir ein Mörder auflauerte,
mich verfolgte, hetzte,
aber ich mich der Tötung immer entzog
indem ich kurz vorher
schweißgebadet aufwachte.
 

 

Die Zeit meiner „ersten“ Liebe
war eine ganz wunderbare,
aber auch eine sehr, sehr intensive,
eine aufwühlende Zeit,
da der Altersunterschied von uns beiden
doch über  zehn Jahre ausmachte
und sich der
dazugehörige Freundeskreis
u.a. auch dem Drogenmilieu verschrieb.
Es war nicht wirklich offensichtlich,
doch ich wusste darum, wusste
was sich bei so manchem
hinter der coolen Fassade abspielte.
Auch Alkoholexzesse waren mir nicht fremd,
war hautnah dabei, spielte aber nicht mit
sondern verstand es ganz gut,
mich von alldem abzugrenzen.
 

 

Die Alpträume, denke ich jetzt,
waren da ganz wichtig,
um das alles irgendwie verarbeiten zu können.
 Nun ja, auf was ich eigentlich hinaus will, ist:
Einmal hatte ich wieder einen derartigen Traum,
nur war es dieses Mal so,
dass ich getötet wurde.

 

Ich wurde erschossen.

Ja, es passierte,

und

es war schön!

 

 

 

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ich lief  einer Allee entlang,
hinter mir ein Mann mit einer Pistole bewaffnet.
Völlig erschöpft
sprang ich schlussendlich hinter eine Birke
um dort  Schutz zu suchen,
wobei ich aber nach einer Weile 
 wieder von dem Baum hervor trat
um zu schauen was ist.
 

 

Der Mörder stand mir ca. 10 Meter gegenüber,
 

schoss.

 

Die Pistolenkugel traf mich;
ich sah das Projektil in Zeitlupe
auf mich zusteuern,
konnte aber, oder wollte vielmehr
nicht ausweichen.
Ich weiß auch nicht wieso,
vielleicht war ich es leid,
dauernd auf der Flucht zu sein.

 

Nun, es tat nicht weh,
ich spürte nur einen dumpfen Schlag,
 so, wie wenn man sich mit der Faust
auf die Brust schlägt.

 

Mir wurde plötzlich wundersam leicht und fiel zu Boden.

 

Es war  unbeschreiblich,
irgendwie „himmlisch“!

 

Als ich erwachte, war ich glücklich.
Nicht weil ich erwachte,
sondern weil ich es erfahren durfte,
weil ich erfahren habe, dass das Sterben
nicht weh tut, es nichts Schlimmes ist.

 

In dem Zeitraum um den Traum,
„fand“ ich übrigens eine neue Liebe.
 
@zartgewebt